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Die Schlagerstars der Fotografie – Was lernen wir von ihnen?

14 Kommentare

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    Michael Omori Kirchner Antworten

    Lieber Corwin,

    doch, solche Veranstaltungen, wie du sie dir wünscht gibt es. Ich bin sicher, auch relativ viele. Sie sind nur nicht so allgegenwärtig wie die „Rockstar-Events“.

    Ich habe in den Jahren 2016 und 2017 Fotografen bei dem Event „Von der Fotografie leben“ auf die Bühne gebeten, die alle echt im Fotografen-Alltag stehen und vorher noch nie auf einer Bühne standen. In 2016 waren wir ausgebucht (50 Teilnehmer) und in 2017 fast ausgebucht.

    Es geht also 😉

    Beste Grüße
    Michael

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    Corwin von Kuhwede Antworten

    Lieber Michael,

    da du für mich auch zu den Ausnahmen zählst und beides – Business und Seminare – wunderbar miteinander vereinst, wundert es mich nicht, dass es da bei dir ein entsprechendes Angebot gibt. Wenn sich die Angebote dieser Art häufen, werde ich den Artikel gern um eine Auflistung ergänzen. Danke für deinen Beitrag.

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    zoomyboy Antworten

    Hallo,

    Sehe ich ähnlich wie du. Ich gebe selber ca. 2 Workshops im Jahr, es ist ein Nischenthema (Makrofotografie) und da dreht sich sich sehr viel um das Licht und die Bildkomposition, zwei Elementare Dinge.
    Da ich ein, zwei Tage in der Makrofotografie tätig bin, habe ich die Erfahrung gemacht das die Beherrschung und das Wissen dieser beiden Dinge einem fotografisch enorm weiter bringen können.
    Und trotzdem Interessiert es (fast) keinen! Bildbearbeitung und Kaufberatungs Workshops wären wahrscheinlich wöchentlich ausverkauft, aber das bin nicht ich! Da beißt sich ja der fotografische Hund in den Schwanz und dreht sich immerwährend im Kreis

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    Roman Tripler Antworten

    Salut,

    Ich finde den Vergleich mit dem Schlager wirklich klasse. Top produzierter, massentauglicher Einheitskrempel. Ich selbst habe mich vor Jahren auch dazu verleiten lassen mit einem dieser Sternchen zusammen zwei Workshops in Deutschland und der Schweiz zu geben und bin beide Male mit einem Sack voll Zweifeln und mieser Stimmung heim gefahren. Meine Parts waren die Geschichte/Entwicklung der Fotografie, Gestaltungslehre und konzeptionelle Arbeiten sowie Bild- und Serieninhalte und deren Wertigkeit für entsprechende Märkte, Gesellschaft, Historie. Hat, bis auf die gängigen Schaubilder von Gestaltungsrastern und ein oder zwei personenbezogene Ausnahmen nur Schulterzucken und Abwinken verursacht. Auch selbst besuchte Events (gefunden in sozialen Netzwerken) waren meist totale Reinfälle. Im Nachhinein habe ich ein gemeinsames Motto gefunden. „Ich find mich saugeil!“ muss es gewesen sein. Zusammengeklaute Tutorials neu aufbereitet und bei Fragen konnte man bei 99% der Referenten erkennen, dass es massig an Basics fehlte. Irgendwie im Netz präsent zu sein finde ich nachwievor in Ordnung, aber meine Konsequenz daraus war, dass ich diesen ganzen Kram an mir vorbeigleiten lasse und dafür entweder shooten gehe (auch ohne Flocken) oder mir einen Fotobuchtag, einen Lesetag mit Sonntag, Bathes o.ä. oder einen Museumsbesuch gönne. Kostet weniger und ist deutlich effizienter und inspirierender. Da ich nicht hauptberuflich fotografiere, hab ich nu leicht reden, aber ich nehme auch Jobs an und die Erfahrung hat mir gezeigt, dass gute Arbeit immer noch analog empfolen wird ebenso wie gute Tipps für Workshops, deren Bühne nicht so leicht zugänglich, viel viel kleiner, dafür aber deutlich wertiger ist. Ich dachte in meiner ersten Ausstellung, dass ich den Leuten sagen muss, das da sind meine Bilder. Nein, bei guten Arbeiten kommen die Leute auf mich zu und haben Fragen oder Anmerkungen (is schon ein mal vorgekommen). Wenn’s shit ist, merkste das (is auch schon vorgekommen). Ich mache heute wieder „Workshops“ bzw. Coachings und zwar NUR für Leute, die richtig Bock drauf haben, hauptsächlich Kids aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, die mich fragen, wie das da so geht. Kostenlos. Was ich nicht lassen kann sind bissige bzw. subtile Kommentare zu Aufmerksamkeitsdefizit-Posts zu verfassen. Corvin, ich schätze deine Arbeit sehr und würde bei dir sogar mal in die Lehre gehen, wenn ich meine Sujets erweitern möchte. In diesem Sinne…

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    Henriette Rammelt Antworten

    Ein sehr schöner Artikel, bei dem ich mich bei vielen Punkten habe kopfnickend lesen sehen. Sehr gut, dass du dich zum Veröffentlichen entschlossen hast.
    Ich muss aber sagen, dass ich in letzter Zeit häufig Artikel sehe, in denen es um ähnliches geht (es mag durchaus am Social-Blasen-Filter liegen …Stichwort „Ausverkauf der Fotografie“) und ich frage mich zunehmend: hat es nicht doch etwas Gutes – gerade für die „echten Fotografen“ ?

    Ich meine Folgendes: (und muss Voraus schicken – ich bin ausschließlich und gezielt Pixelschupser. Ich habe während des Studiums die Fotografieabteilung – besonders die Analoge – gemieden, wie der Teufel das Weihwasser. Mein Ziel war immer das Verbildlichen von surrealen Traumbildern. Gäbe es Photoshop nicht, hätte ich mich dem mühsamen Mittel der Malerei bedient. Und ich würde mich auch niemals als Fotografen bezeichnen – aus genau diesem Grund. Letztlich steht jetzt doch Fotografie mit auf meiner Webseite, weil ich es müde war, ständig zu erklären, was ich mache – und viele wollen es auch gar nicht wissen. Sind Bilder mit Menschen drauf – muss Fotografie sein…)
    Worauf ich hinaus will: es mangelt mir gänzlich an der Faszination für die (analoge) Fotografie als solche – und ich denke, genau die MUSS aber da sein!
    Die sollte da sein, um Fotograf zu werden/sein. Das stirbt nun aus (?) – und man merkt es an allen Ecken und Enden. Es reicht nicht die Faszination am Bild (dann ist man eben „Pixelschupser“ und das finde ich in Ordnung).

    Aber bleibt in diesem Ganzen Wust aus Leuten, die „nur“ ein Bild machen wollen nicht letztlich genau der stehen, der wie Du, wirklich Ahnung hat?!

    Kommt nicht die Fotografie als Kunst erst dann wirklich zum tragen, wenn es hervorsticht aus der Masse, die sich mit ´ner teuren Kamera und 23trilliarden Workshops versuchen zu verwirklichen?
    Was macht denn heute den Unterschied aus — wo vermeintlich schon jeder mit nem Smartphone und diversen Filtern „bessere“ Bilder machen kann, als alle Amateur-Familien-Fotografen der 90iger zusammen?:

    M. E. sind es eben die, die noch den Bezug und die Faszination der wirklichen Fotografie haben.
    Es sind Menschen wie Du, die es wirklich wirklich gelernt haben, die Wissen, was was und warum zwischen Kamera und Licht macht und ich denke, es dauert letztlich ein bisschen – aber im Kern bleibt dann genau DAS als wirkliche Fotografiekunst stehen. Der Rest … pfff …

    Ich finde also diese merkwürdige Massen-Mainstream-Entwicklung gar nicht so schlecht. Und Mainstream braucht immer Schlagerstars, damit es was gibt, wovon man sich abheben kann.

    Ich habe nie an solchen Veranstaltungen teil genommen, den einzigen Workshop, den ich mal gemacht habe, war bei dir – ich vermag als kein Urteil über die ganzen „Leuchtpunkte an der Workshop-Szene“ zu bilden.
    Aber ich denke, wenn sich demnächst mal die Frage stellt, was Fotografie nun eigentlich noch ausmacht, braucht es einen Haufen „nix“ um ein „das“ zu definieren.

    In diesem Sinne: Je mehr Einheitsmüll desto wahrer die Perlen 😉

    Liebe Grüße

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    Martin Peterdamm Antworten

    Ich kann das auch unterschreiben, allerdings gibt es noch ein weiteres, genauso großes Problem bei diesen Fotografen. Der Grund warum diese auch nur Chancen haben mit Workshops Geld zu verdienen, ist vorallem ein ästhetisches. Der Geschmack und die ästhetische Bildung dieser Fotografen ist in einer Welt verortet, die in der Werbung oder schlimmer „Fashionwelt“ null gefragt ist, nicht vorkommt. Es trieft an jeder Ecke vor Kitsch oder Proletentum. Damit macht man sich bei Agenturen eher lächerlich. Ich wundere mich nur, ob diese ganzen bekannten „Fotografen“ jemals ein Modemagazin in der Hand hatten. Fashion ist für diese Menschen eher was Uschi aus dem Vorort „geil“ findet und was der Kevin aus Schweinfurt sexy findet.

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    Thorsten Rother Antworten

    Nun ja, die meisten „Fotografen“ die den beschriebenen „Schlagerstars der Fotografie“ nacheifern sind doch Amateure, so wie die Coaches selber! Der momentane Lifestyle macht´s möglich, dass einem hier vorgegaukelt wird, das sie Vorne mitspielen. Schwachsinn. Vorne, in der Werbung, im Editorial? Da habe ich bis auf eine Ausnahme keinen von den angedeuteten Namen je gesehen. In der gehobenen Auftragsfotografie spielen diese Herrschaften keine Rolle. 😉

    Und richtig gute Werbefotografen wissen das man so nah wie möglich das Skript der Agentur treffen muss, das ist rein technisch und hat sehr wenig mit Kreativleistung Zutun. Man kann es drehen und wenden wie man möchte, es gibt mit hoher Wahrscheinlichkeit nur 300 ernstzunehmende Adresse in Deutschland! Und selbst unter denen sollten sich mindestens 50% langsam mal fragen was sie da eigentlich machen.

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    Sven Gerard Antworten

    Danke für diesen schönen, treffenden Beitrag.
    Die Arbeit unserer Schlagerstars führt so langsam auch zu einer Erwartungshaltung beim Publikum fern von der Wissensvermittlung . Viele wollen gar nicht wissen wie man sich als Künstler / Fotograf weiterentwickelt. Sie wollen Popularität in den sozialen Netzwerken wie ihre Idole sie haben, egal wie und auf welchem Weg. Meist laut, grell, charakterlos und ohne Aussage.
    Ich brauchte selbst eine ganze Weile bis ich meine Workshops im Bereich Light Art Photography und Light Painting so geplant habe, dass ich mehrheitlich am Thema interessierte Teilnehmer habe, die eben nicht nur das coole Light Painting im coolen Lost Place auf ihrem Sensor mit nach Hause nehmen wollen. Klar, kann man schneller und einfacher Geld verdienen, der Workshop im beeindruckenden Lost Place ist in 20 Minuten ausgebucht, den Workshop im langweiligen Studio mache ich vielleicht für nur 5 Leute. Für mich ist es allerdings viel wichtiger Wissen zu vermitteln und die Leute für das Thema zu begeistern. Der beste Lohn für meine Arbeit ist der Blick in die glücklichen Gesichter meiner Teilnehmer und ihre ersten eigenen Bilder nach meinem Workshop.

    Viele Grüße
    Sven

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    KMW Antworten

    Wir kennen Sie alle, die Schlagerstar die du meinst, die Calvin Hollywoods, Steffen Bötchers, Ben Hammers und Alexander Heinrichs … von echtem Business haben die nicht den Hauch einer Ahnung. Aber sie deswegen so stark anzugreifen finde ich falsch. Es muss eben jeder seinen eigenen Weg finden.

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    Mathias Antworten

    Ich könnte noch 2-3 Namen aufzählen!
    KMW, denn Steffen Böttcher sehe ich persönlich nicht ganz so im Visier! klar hat er denn „Nasenfaktor“ und ist populär, nur sehe ich ihn nicht als Schläger Fotograf 😉

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    Markus Schmitt Antworten

    Guten Morgen Corwin,

    ein sehr gelungener Artikel. Genau die angedeuteten Punkte decken sich mit meiner Auffassung und Meinung. Die meisten „Social Media Gurus“ verkaufen sich und Ihren Erfolg eben richtig gut. Viele folgen wie die Lemminge ohne darüber nachzudenken, was es für Ihr Business bringt. Ich sage nicht, dass es schlecht ist Coachings oder Seminare zu besuchen, nur sollte man sich vorher überlegen, was und wen ich erreichen möchte. Und zudem kann man doch sehr schön verfolgen wie sich wieder ein Einheitsbrei in der Social-Media Welt ausbreitet. Jeder hat eine Instagram Story, jeder postet vorher-nacher Bilder, jeder erzählt etwas Privates über sich etc. pp. Wo genau hebe ich mich ab und mache mich interessant? Aber der Verkäufer hat etwas erreicht. Viel Geld verdient. Und das in einem gut funktionierenden Netzwerk. Und so ist es auch in den Massen – Vertriebsschulungen. Ich rede absichtlich von Massen, nicht von individuellen, genau auf mich angepasste Schulungen. Menschenmassen pilgern zu einem Vortrag, hören sich den Motivator an und rennen später nach Hause und haben gaaaanz viel Impulse, die sie sofort umsetzen. Ich habe das schon ganz oft im Unternehmen gemerkt. Ergebnis: Es hat sich gar nichts geändert. Alle waren motiviert und später (2 Tage) waren wieder alle in Ihrem Alltagstrott. Und der Speaker hat Geld verdient. Vertrieblich hat sich nichts geändert und zu einem Erfolg beigetragen. Ich möchte auch ganz klar sagen, dass Weiterbildung unheimlich wichtig ist. Aber ich denke auch, dass man diese Massenveranstaltungen doch etwas hinterfragen und nicht einfach sein Geld rauswerfen sollte. Vielleicht liegt es auch einfach an meinem naturell :), dass ich diese Art von Massenhype nicht mag. Zu dem Thema Kundenorientierung bin ich auch voll bei Dir. Man lernt genau eines in den Vorträgen. Von Fotografen für Fotografen. Wenn dies meine Zielgruppe ist, perfekt. Aber es gibt noch eine Menge anderer Unternehmen da draußen, mit denen man seinen Unterhalt verdienen kann. Naja, ich könnte bestimmt noch viel schreiben :).

    In diesem Sinne greife ich dein Schlusswort auf (mit Autor und Quellenangabe wie es sich gehört :)): „In diesem Sinne hoffe ich sehr, dass ich schon bald einer Menge Veranstaltungen finde, in denen mir tolle (unpopuläre) Fotografen etwas von ihrem Wissen preisgeben, das mich absolut begeistert und meine eigene fotografische Arbeit inspiriert. Dann werde ich zu den Veranstaltern gehen und ihnen für ihren Mut danken!“
    Autor: Corwin von Kuhweden
    Quelle: http://www.fotogrow.de/blog/die-schlagerstars-der-fotografie/

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    Corwin von Kuhwede Antworten

    Liebe Freunde, vielen Dank für eure zahlreichen Kommentare.

    Da ich einige Nachrichten bekam, in denen sich Leser eher auf Randbemerkungen bezogen, möchte ich gern noch einmal den Kern meines Artikels zusammenfassen.

    Mir geht es mir in keiner Weise um irgendeinen Erfolg, der durch Social Media erzeugt wird und dem ich niemanden gönne. Ganz im Gegenteil, ich nutze dieses Medium selbst sehr gerne und schätze die Vorteile. Vor allem bewundere ich die Menschen die damit erfolgreich umgehen können und lerne gerne von ihnen.

    Mir geht es in meinem Artikel um einen ganz anderen Punkt. Um Glaubwürdigkeit und Verantwortung.

    Der wesentliche Kern für mich ist dabei, dass Menschen etwas über Fotografie lernen wollen, beispielsweise weil sie sich selbständig machen möchte, allerdings nicht von Fotografen lernen, die wirklich die Branche gut kennen, sondern von Menschen, die die Branche selbst nur vom Hören-Sagen kennen. Das ist so, wie wenn mir ein Angestellter etwas über Existenzgründung oder Selbständigkeit erzählen will. Er mag sicher alles theoretische Wissen darüber haben, aber keine praktische Erfahrung, wie die Branche funktioniert. Das ist der wesentliche Punkt, um den es mir geht.

    Es geht mir nicht um all die vielen tollen Blogs, die Menschen beibringen zu fotografieren, mit Photoshop umzugehen oder Technik vorstellen. Von denen können wir alle viel lernen und man muss die Branche nicht kennen, um dieses Wissen zu vermitteln. Mir geht es wirklich um die Kollegen, die sich Themen wie Selbstvermarktung, Vertrieb, Exiszenzgründung, Marketing und anderen Businessthemen widmen und die dabei nicht aus eigener Erfahrung sprechen.

    Herzliche Grüße

    Corwin

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